Intensivkurse für Seiteneinsteiger


Unsere Schule ist auf Grund ihrer zentralen Lage schon seit den siebziger Jahren ein bevorzugter Standort für Intensivkurse. 
Aus dieser langjährigen Erfahrung ergab sich diese bewährte Struktur:

1. Altersgemischter Intensivkus (IKB)

Gerade für Kinder und Jugendliche, die aus ihrer bisher gewohnten Kultur, Sprache, aus ihren gesamten Lebensbedingungen herausgerissen wurden, ist es notwendig, dass Unterricht feste Strukturen hat, fest nicht gemeint als einengend, sondern im Sinne von Halt gebend. Je jünger die Schülerinnen und Schüler sind, um so wichtiger sind auch diese klaren Strukturen.

Den IKB-Kurs besuchen insgesamt 11 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 - 15 Jahren. Unseren Klassenraum haben wir gemeinsam farblich neu gestaltet. Die Schülerinnen und Schüler haben wöchentlich 26 Stunden Unterricht; davon sind

10 Stunden Deutschunterricht
4 Stunden Mathematikunterricht
3 Stunden Englischunterricht
2 Stunden Kunstunterricht
2 Stunden Biologieunterricht
2 Stunden Arbeitslehre
2 Stunden Sportunterricht
1 Stunde Gesellschaftslehre.

Schüler mit Schwierigkeiten im Fach Mathematik sowie jüngere Schüler, die in diesem Fach noch nicht soviel lernen konnten wie die älteren, können den Mathematik-Förderunterricht besuchen.
Die Klassenlehrerin unterrichtet wöchentlich 11 Stunden im IKB.

Im 1. Halbjahr 2000 wurde im Projektunterricht der Klassenraum neu gestaltet, im 2. Halbjahr übten die Schüler sich, ihre non-verbalen Ausdrucksmöglichkeiten und ihr Durchhaltevermögen in der Darstellung des Gedichts "Der Zauberlehrling" von J.W.Goethe.

Zum Ende des Schuljahres folgte die Aufführung des Stückes vor Grundschulklassen aus Nachbarschulen.
(Bilder siehe rechts unten)

An vier Nachmittagen pro Woche gibt es für die Kinder des Intensivkurses, die Flüchtlingsstatus haben, 

kostenlos eine betreute Hausaufgabenhilfe, die von der Lehrerkooperative durchgeführt wird.

Nach diesen Grundsätzen arbeiten 
unsere Intensivkurse

  • Kleine Klassen 
    (IKB 12, IKA 15 Schüler)
  • Sichere Strukturen schaffen. Deshalb:
  • Arbeiten im eigenen Klassenverband (und nicht in einer Regelklasse, aus der die Schüler zum Deutsch-Förderunterricht immer wieder herausgenommen werden müssen).
  • Englischunterricht in den Intensivkursen. Die IK-Schüler wollen und sollen auch "wie die anderen Schüler behandelt" werden. Der frühe Englischunterricht erleichtert den späteren Übergang in die Regelklassen.
  • Deutsch- und Mathematik-Förderkurse für die Schüler, die besonders intensiver Hilfe bedürfen.
  • Durchlässigkeit
    Viele unserer ehemaligen Intensivkurs-Schüler wurden in der Vergangenheit in verschiedenen Regelklassen unserer Schule aufgenommen. Wir sind aber in ständigem intensiven Dialog mit den weiterführenden Schulen in unserer Umgebung. Dies erlaubt uns, ganz unbürokratisch Schritte für einen Schüler zu unternehmen, die für diesen Schüler gerade notwendig sind (z.B. Hospitation an der Realschule oder auch Übergang an die Realschule während des Schuljahres). Die Tabelle zeigt den Weg einiger Schüler des IKB-Kurses vom Januar bis Dezember 2000.

    Beispiel für die Fluktuation in einem Schuljahr:

2. Abschlussorientierter Intensivkurs (AOK)

SchülerInnen die im Alter von 15 oder 16 Jahren aus ihren Heimatländern nach Deutschland kommen haben es besonders schwer in unserem Schul- und Ausbildungssystem Fuß zu fassen. Sie finden in den Realschulen oder Gymnasien fast nirgends ein Fördersystem, das ihnen den direkten Eintritt in diese Schulformen erleichtern könnte. Für diese Altersgruppe haben wir einen speziellen abschlussorientierten Intensivkurs eingerichtet, der in einem zweijährigen Lehrgang zu einem Hauptschulabschluss führt, um damit beispielsweise über die Berufsfachschule oder Realschulkurse an beruflichen Schulen den Weg ins weiterführende Schulsystem zu öffnen.
Den Prozess des Eintretens in den fremden Kulturraum und der Auseinandersetzung mit der neuem Umwelt begleiten wir bei den Schülern und wir bieten den Eltern ebenfalls Hilfe in Form von besonderen Elternabenden, Kennenlern-Festen und Informationsveranstaltungen an.

Die Stundentafel des abschlussorientierten Intensivkurses umfasst in diesem Jahr 28 Wochenstunden und entspricht damit dem einer regulären Abschlussklasse in Umfang und auch weitgehend in der Fächerzusammensetzung. Das Fach Deutsch ist mit 10 Wochenstunden ins Zentrum gestellt, denn die erste und wichtigste Aufgabe ist selbstverständlich die Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache.

Stundenplan IKA
10 Stunden Deutsch
4 Stunden Mathematik
3 Stunden Englisch
2 Stunden Arbeitslehre
2 Stunden Kunst
1 Stunde Physik
2 Stunden Wahlpflicht
2 Stunden Schwimmen
2 Stunden Deutsch Förderunterricht

In einer intensiven Beratung von SchülerInnen und Eltern helfen wir am Ende der Maßnahme den Übergang ins weiterführende Schul- oder ins Ausbildungssystem sicherzustellen.

Elternarbeit in den Intensivkursen

Im Schuljahr 2000/2001 starteten wir in den Intensivkursen ein spezielles Elternprojekt


Unterricht im IKA
Kreidezeichnung 
aus dem 
Kunstunterricht 
des IKA

Aufführung der Pantomime "Zauberlehrling" (IKB)
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Friedrich-Stoltze-Schule - Frankfurt am Main - Letzte Aktualisierung 26.07.03