SchuB-Klasse - Lernen in Schule und Betrieb


Konzept der SchuB-Klasse an der Friedrich-Stoltze-Schule (FSS)
in Frankfurt am Main
(Kurzfassung)

 
1. Die Hauptziele der SchuB-Klasse
   
Die Hauptziele unserer Arbeit in der SchuB-Klasse sind:
  • die Konsolidierung der Schüler, d.h. die (Re-) Integration der Schüler in einen geregelten und dauerhaften Lernprozess
  • das Erreichen des Hauptschulabschlusses
  • die Förderung der beruflichen Orientierung der Schüler
  • die Vermittlung der Schüler in ein Ausbildungsverhältnis oder in eine feste Anstellung

1.1 Entwicklung eines Bewusstseins über die eigenen Fähigkeiten
Wir gehen davon aus, dass unsere Schüler über vielerlei Kompetenzen verfügen, sie sich dieser aber nicht bewusst sind oder sie deren Wert – auch für schulisches und berufliches Lernen – nicht kennen. Deshalb wollen wir in persönlichen Gesprächen Kompetenzen und Fertigkeiten unserer Schüler aufspüren und sie für den Lernprozess nutzbar machen. Für uns, die Klassenleiter, bedeutet das, dass wir statt einer defizitorientierten eine ressourcenorientierte Perspektive auf die Schüler einnehmen müssen. Wir wollen Frustrationen vermeiden, damit unsere Schüler aus der Abwärtsspirale aus negativer Selbsteinschätzung und schlechten Leistungen herauskommen und statt dessen von sich sagen können: „Ich kann was!“ Denn nur auf dieser Grundlage sehen wir eine Chance, bei unseren Schülern einen Lernprozess zu initiieren! Dieser Prozess gilt auch in Bezug auf den Lernort Betrieb. Für unsere Schüler ist der Betrieb in jeder Hinsicht terra incognita. Wir gehen deshalb nicht davon aus, dass unsere Schüler bereits „fit“ für den Betrieb sind. Wir sehen den Schritt in den Betrieb als eine Entwicklung an. Das kann auch bedeuten, dass wir einen „Rauswurf“ aus dem Betrieb als eine Erfahrung betrachten, die manch ein Schüler machen muss, um die erforderliche Praktikums- und später auch Ausbildungsreife zu erlangen. 
1.2 Hauptschulabschluss
Das zentrale Ziel der Arbeit in der SchuB-Klasse ist es, innerhalb von zwei Jahren die Schüler so weit zu fördern, dass sie schließlich den Hauptschulabschluss erlangen können. Aufgrund der verringerten Schülerzahl in der SchuB-Klasse ist eher als in einer Regelklasse die Möglichkeit für eine individuelle Förderung der Schüler gegeben. 
1.3 Berufsorientierung und betriebliches Lernen
Die kontinuierlichen Praxistage an zwei Tagen in der Woche dienen u.a. dem Ziel der Berufsorientierung. Die Schüler erhalten im Betrieb reale Einblicke in den Arbeitsalltag und das Tätigkeitsspektrum eines Berufes. Im Klassenplenum und in Einzelgesprächen werden die Erfahrungen reflektiert, damit die Schüler neue Handlungsspielräume erkennen und nutzen können.  
1.4 Ausbildungsplatz oder Beschäftigung
Die kontinuierlichen Praxistage erhöhen für die Schüler die Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis als angelernte Kraft. Wir gehen von der Annahme aus, dass ein Meister oder Geschäftsführer auf ein gutes Abschlusszeugnis verzichten kann, wenn er sich dauerhaft von der Zuverlässigkeit, Arbeitsamkeit und den praktischen Fähigkeiten eines Jugendlichen überzeugen konnte. Die Klassenleitung wird in Gesprächen zwischen potenziellem Ausbildungsbetrieb und Schüler eine vermittelnden Rolle einnehmen.

       
2 . Wie wollen wir diese Ziele erreichen?
 

2.1 Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Betreuern/ Ansprechpartnern im Betrieb
Wir rechnen damit, dass sich die Schüler während der kontinuierlichen Praxistage nicht konfliktfrei in ihre neue Umgebung einleben werden. Im betrieblichen Alltag werden sie den sozialen Anpassungsdruck als gravierend empfinden. Vor diesem Hintergrund meinen wir, dass ein ständiger Wechsel des Betriebes – vor allem der besonders „schwierigen“ Schüler – nur dann zu vermeiden sein wird, wenn eine direkte und kooperative Kommunikation zwischen Klassenleitung und den Ans
prechpartnern im Betrieb aufgebaut werden kann.  
2.2 Motivation
Wir gehen von der Annahme aus, dass sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz motivierend auf das schulische Lernen auswirken werden. Wir werden uns daher aktiv um eine Vermittlung unserer Schüler in ein Ausbildungsverhältnis bemühen. Wir wissen aber auch, dass sich Motivation für schulisches Lernen nicht allein aus einem Versprechen für die Zukunft nähren lässt. Motivation entsteht vor allem dort, wo auch ein gegenwartsbezogenes Interesse geweckt werden kann. Dieser Gedanke verweist auf die Inhalte und Methoden des Unterrichts in der SchuB-Klasse. 
2.3 Anlehnung an die Methode des Produktiven Lernens
Wir möchten auf längere Erläuterungen über die Methode des Produktiven Lernens verzichten, auf einschlägige Veröffentlichungen hinweisen und uns hier auf die Skizzierung eines Projekts beschränken, das bereits erfolgreich umgesetzt wurde.[1
( siehe Brot Projekt)
2.4 Relevante Erfahrungen, Ressourcen und Rahmenbedingungen an der FSS für die Arbeit in der SchuB-Klasse nutzen
Zum Konzept der SchuB-Klasse gehört, dass wir bereits vorhandene Ressourcen der Schule optimal nutzen. 
2.4.1 Die schulischen Rahmenbedingungen
Die FSS ist eine aktive Schule, die sich stetig weiterentwickelt. Hier werden neue pädagogische Konzepte entwickelt, erprobt und umgesetzt. Beispielsweise gibt es im Kollegium der FSS einen großen Erfahrungsschatz in Bezug auf das Lernen in Projekten. Diese Erfahrungen werden in die Arbeit in der SchuB-Klasse einfließen. 
2.4.2 Personelle Rahmenbedingungen: Arbeiten im kollegialen Netzwerk
Das Leitungsteam der SchuB-Klasse sucht sich für seine Arbeit eine breite Unterstützung im Kollegium, um sich spezielle Fachkenntnisse „in die Klasse zu holen“.  
2.4.3 Räumliche Rahmenbedingungen
Aus dem pädagogischen Konzept der SchuB-Klasse folgen spezifische Anforderungen an die räumlichen Gegebenheiten. Individuelle Beratungsgespräche mit den Schülern müssen in einem abgetrennten Raum stattfinden. Dies gilt ebenfalls für Telefonate mit den Betrieben. Der telefonische Kontakt mit außerschulischen Akteuren ist Alltag für die Arbeit der Sozialpädagogin. Wir haben daher behelfsmäßig eine entsprechende Infrastruktur geschaffen: ein Büro mit PC und Telefon, das im Raum der Physiksammlung eingerichtet wurde, bis sich die räumlichen Verhältnisse mit dem Umzug in unser Stammgebäude im Sommer 2006 verbessert haben werden.

[1] Institut für Produktives Lernen: Was ist Produktives Lernen. Theoretische Grundlegung dieser Bildungsform, Eigenpublikation, Berlin, 2002.

Das Brotprojekt

Anmeldung in eine SchuB-Klasse
Zur Startseite - Allgemeines - Friedrich Stoltze - Schulprogramm - So finden Sie uns - Förderverein - E-Mail an FSS  - NAMIBE 

Friedrich-Stoltze-Schule - Frankfurt am Main - Letzte Aktualisierung 03.10.05 - Angaben gem. § 6 TDG